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Spielerische Variationen der Selbstwahrnehmung und der Kunst des Überlebens

Der 90-minütige Film folgt den Drag-Performern Antoine (CYBERSISSY) und Mourad (BAYBJANE) durch ihr aufregendes Leben in Nachtclubs von Magdeburg und Essen über Antwerpen und Amsterdam bis nach New York.

Er begleitet Mourad auf seinem Trip nach Ibiza, wo er ein Dauergast auf den Bühnen der weltberühmten Nachtclubs "Amnesia" und "Pacha" ist, und beobachtet ihn bei seiner Performance im Berliner "Wintergarten-Variete", wo er über sein bionisches, leuchtendes Auge singt.

Gemischt mit Super-8- und Video-Material aus den privaten Beständen Antoines, und kombiniert mit Interviews, in denen beide, Mourad und Antoine über die harten Seiten des Lebens sprechen, eines Lebens mit Behinderung und vielen anderen Problemen, malt der Film ein vielschichtiges Bild vom Leben auf dem Drahtseil. In alledem blitzt jedoch immer wieder Hoffnung auf, Lebensfreude, ja sogar Triumph. So zeigt der Film spielerische Variationen der Selbstwahrnehmung und der Kunst des Überlebens.

Längst vergangener High-Society Glamour und die Extravaganz zeitgenössischer Drag-Queen Mode

In einer schloss-artigen, leerstehenden Villa in Berlin fanden wir den idealen Drehort, um die Darbietungen und Fantasien von Cybersissy und BayBjane in Szene zu setzen. Hier bündelt der Film ein weites Spektrum von Zitaten aus Laufstegmode und Club-Kultur. Die Ästethik der Burleske verbindet sich mit karnevals-artigen Szenen zu einer lustvollen Improvisation, unterstützt von freakigen Statisten, Hunden und Pferden während einen die skulpturalen, handgefertigten Kostüme von Antoine Timmermans zum Staunen bringen.

Der Schauplatz dieses Anwesens aus den 20iger Jahren erlaubt den Zusammenprall von längst vergangenem High-Society Glamour mit der Extravaganz contemporärer Drag-Queen Mode und zeigt, wie die beiden Künstler auf verschiedenen Ebenen der Emotionalität, der Kreativität und stilbewusster Inspiration aufeinander reagieren.

Kunstvoll arrangierte Szenen voll irrealer Poesie

Die dokumentarischen Elemente des Erzählens, in denen wir den Charakteren in unwiderstehlicher Nähe durch Episoden ihres bunten Nachtlebens folgen, sind unterschnitten mit forschenden Interviews, in denen das Innenleben unserer Helden ausgeleuchtet wird, sowie mit kunstvoll arrangierten Szenen voll irrealer Poesie.

Dieses Doku-Märchen changiert zwischen dick aufgetragenem, kitschig-schwulem Chic und dem unwirklichen Glitzern einer globalen, comic-artigen Konsumwelt. Der Film führt uns durch die Wochenend-Realität der Nachtclub Performer und durch poetische Fantasie-Sequenzen, die ausschließlich für diesen Film kreiert wurden.

In dem opulenten Zusammenspiel und den parodierenden Gesten schwingt ein unaufgeregtes Fortschreiten... Dass all dies so wunderschön fotografiert ist, kontrastiert mit dem grobkörnigen, dunkel-rauschenden Stil, in dem schwule Kultur üblicherweise portraitiert wird. Es ist sehr aufregend, die Ernsthaftigkeit, die filmische Expertise UND Insider-Perspektive zu sehen, die in dieser Arbeit zum Ausdruck kommen... (Sophia Wallace, NYC).

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